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Jahrelang ging der Konsum zurück, jetzt ist die Fleischscham vorbei. Vor allem junge Leute langen wieder kräftig zu. Was steckt dahinter – und ist das überhaupt schlimm?
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Ein Abend im Rodizio-Restaurant in Prenzlauer Berg. Die Gäste sitzen an langen Tischen und lassen es sich gut gehen. Rind, Huhn, Pute und Lamm, die Kellner schleppen schwer an immer neuen Spießen. Denn in der ehemaligen Villa im Brauhausstil bietet die Gastrokette aus Brasilien etwas, das vor allem Männer begeistert: „All you can eat“-Angebote, bei denen man nacheinander zehn Fleischsorten direkt am Tisch vom Spieß auf den Teller gesäbelt bekommt. Die Stimmung ist ausgelassen, es ist laut, das Bier fließt in Strömen, die Herren zwischen 20 und 70 Jahren tafeln gern in Mannschaftsstärke. Der Eingangsbereich ist glitschig vor lauter Fett und Vergossenem, doch das stört niemanden.